Voluntarismus

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Voluntäre gibt es überall auf der Welt. Ganze Branchen sind in vielen Ländern auf sie angewiesen. Ob in Südostasien, Afrika oder hier in Südamerika, überall sind Westler gern gesehen, die bereit sind in Schulen Englisch zu unterrichten oder Reservate aufzuforsten.

Hier in Ekuador scheint sich daraus inzwischen ein gut funktionierender Zweig der Tourismusindustrie gebildet zu haben. Überall wird um Voluntäre geworben. Die Palette der möglichen Stellen wurde dabei um Arbeit auf ökologischen, aber kommerziellen Farmen, Arbeit in profitorientierten gringo-owned Hostels und sogar um die Pflege der Parks in Quito erweitert. Wo früher Kost und Logie gestellt wurden, sind heute gern mal $ 150 pro Woche zu zahlen. Das entspricht ungefähr unserem Budget, von dem wir hier drei vernünftige Mahlzeiten pro Tag, akzeptable Hotels und Reisekosten bestreiten. Kurz: es ist eine ganze Menge Geld und auf jeden Fall mehr als die Kosten von Unterbringung und Verpflegung.

Angeboten wird die Dienstleistung Gutes Gefühl. Das dadurch dann eventuell lokale Arbeitsplätze vernichtet werden bzw. die $ 150 genutzt werden könnten, um lokale Mitarbeiter einen ganzen Monat lang zu bezahlen, wird leider kaum beachtet. Darunter würde wohl auch das gute Gefühl leiden. Und so wird es weiter überqualifizierte Westler geben, die viel Geld dafür bezahlen in selbsternannten Ökostädten den Müll wegzuräumen.

~ von Mario - 5. Dezember 2008.

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