Schiffsgeschichten

Komische Geschichten brauchen manchal komische Orte. Die folgende wurde mir von einem Waliser in Daressalam erzählt, während vor uns auf dem Tisch ein Löffel lag, den seine Schwester in guter Uri Geller Art verbogen haben soll. Das hat mit der Geschichte aber rein gar nichts zu tun.

Die Geschichte handelt von einem Schiff und beginnt 1913. Nicht weit weg von Daressalam.

Aus Angst vor belgischer Expansion in Ostafrika entschliessen sich die Deutschen ihre Präsenz mit einem Schiff auf dem Tanganjikasee zu unterstreichen. Das Schiff, welches den Namen Götzen bekommen soll, wird 1913 fertiggestellt – in Papenburg, Norddeutschland. Wie damals nicht unüblich wird es danach erstmal wieder auseinandergeschraubt, verpackt, verschifft, geschleppt und wieder zusammengeschraubt – zwei Jahre später im Tanganjikasee.

Weil aber bald der erste Weltkrieg in Afrika eintrifft, wird aus dem kleinen Dampfer ein Kriegsschiff und das wird bombardiert und dann von den eigenen Leuten versenkt. Nur um ein halbes Jahr später von den Belgiern, den neuen Herren des Sees, wieder gehoben zu werden, damit es vier Jahre später in einem Sturm wieder sinken kann.

Die Zeit vergeht und die Engländer übernehmen die Kontrolle des Sees. Sie lassen sich sieben Jahre Zeit, können aber letztendlich auch nicht widerstehen und heben die Götzen, nur um sie erstmal in Liemba umzubennen und sie ihrem ursprünglichen Zweck zuzuführen.

Seit der Unabhängigkeit Tansanias fährt die Liemba als einzige Fähre eine 700 km lange Route auf dem Tanganjikasee ab. Bis in die 90er Jahre noch mit der Originalmaschine.

Bei Backpackern ist sie inzwischen dafür berühmt, dass es unmöglich ist, auf ihr nicht beklaut zu werden und in der Wikipedia findet man folgenden schönen Satz

Insgesamt finden rund 600 Personen Platz. Für den Fall eines Unterganges gibt es zwei Rettungsboote.

~ von Mario - 15. Mai 2008.

2 Antworten to “Schiffsgeschichten”

  1. …und wann kommt die Schwester-UriGeller-Löffelverbiege-Geschichte?

  2. Schwester-UriGeller-Löffelverbiege-Geschichte:

    Die Schwester von den Typen konnte angeblich, durch reiben mit dem Finger Löffel und vermutlich auch anderes Besteck, vielleicht sogar Flugzeugträger verbiegen. Keine Ahnung, ein solcher Löffel hing bei denen an der Wand. Nur deshalb habe ich davon erfahren.
    Die Kleine, war übrigens totunglücklich damit, weil sie auf einmal berühmt war und eigentlich nur normal sein wollte. Und hat deswegen damit aufgehört. Klassische Geschichte, würde ich sagen.

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