Filmtagebuch: Ich war neunzehn

Konrad WolfIch war neunzehn

Irgendwie Kriegsfilm, irgendwie Roadmovie, aber nichts so richtig. Gregor Hecker, als achtjähriger mit seinen Eltern nach Moskau emigriert, kehrt jetzt elf Jahre später als Soldat der Roten Armee nach Deutschland zurück. Was wir sehen sind die letzten Tage des Krieges. Eine komische Situation, irgendwie ist schon alles vorbei, aber es ist eben noch Krieg. Es gibt Feinde und es gibt Besiegte und Sieger. Es gibt Verletzte und Unbelehrbare. Es gibt Täter und Opfer und beliebige Kombinationen davon.

Das großartige an dem Film ist die Zurückhaltung mit der Gregor dabei beobachtet wird, wie er auf seiner Fahrt um das eingeschlossene Berlin, die unterschiedlichsten Protagonisten des Krieges kennen lernt und sich dabei selbst immer mehr verändert und wieder Zugang zu seiner alten Heimat findet.

Im Vordergund steht dabei nicht das Kriegsgeschehen, sondern die Interaktion zwischen den Menschen. Einmal will sich ein deutscher Offizier per Telefon in russische Gefangenschaft abmelden. Ein andermal wir das peinliche Schwiegen während einer Kapitulationsverhandlung mit Pfefferminzbonbons überbrückt.

Diese Detailliebe macht den Film besonders. In fast jeder Einstellung eine kleine Facette, die man sich kaum hätte ausdenken können, die aber immer glaubwürdig wirkt. Eben auch, weil es eigentlich die Lebensgeschichte des Regisseurs ist, die hier erzählt wird.

[Bild]

~ von Mario - 5. Mai 2008.

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