Pirat sein und das flaue Gefühl dabei

Bei René gehts wieder mal um Urheberecht. So spannend ich die Diskussion auch immer finde so wenig sehe ich mir ihr gewachsen.

Die Tatsache, dass die Verteilung digitaler Kulturgüter inzwsichen dezentralisiert ist und das sich dieser Trend nicht wird umkehren lassen halte ich für weitesgehend trivial. Interessant ist ja eigentlich die Frage, wie unsere Gesellschaft damit umgehen wird.

Wenn man sich die häufigsten Downloads der Pirate Bay ansieht besteht kein Zweifel daran, das wir kommerziell produzierte Kultur wollen. Wir müssen also Modelle finden, die in der Lage sind Menschen und Technik dafür zu bezahlen, für uns die Dinge zu produzieren, die wir hören und sehen wollen.

Es ist einleuchtend zu behaupten, dass es kein Recht auf ein bestimmtes Geschäftsmodell gibt und das ein eventuelles Ende der zentralisierten Musikindustrie nicht unbedingt ein Ende der Musik als Kulturgut bedeutet. Klar ist doch aber auch, dass Anbieter eines bestimmten Modells so lange für dessen funktionieren kämpfen werden wie es ihnen möglich ist. Die Musik- und Filmindustrie ist hier also vielleicht der falsche Adressat für den Ruf nach Veränderung. Genauso wenig, um ein Bild aus den Kommentaren zu Renés Post zu benutzen, wie die Mönche, die mit Buchschreiben gut Geld verdient haben bestimmt nicht auf die Idee gekommen wären eine Druckerpresse in ihre Schreibstube zu stellen. In diesem Zusammenhang ist es ganz spannend sich mal zu fragen, ob damals oft behaupt wurde, dass das geschriebene Buch nicht aussterben kann, wie es heute von physischen Tonträgern gern behauptet wird.

Renè fordert die Einführung einer Kulturflatrate. Klingt erstaml gut. Wenn ich länger darüber nachdenke stellt sich mir aber auch hier die Frage nach deren funktionieren. GEZ und GEMA marschieren nicht gerade als leuchtende Beispiele für funktionierende Verteilungssysteme voran.

Während oft das Argument fällt, dass solche Systeme global organisiert sein müssten, denke ich, dass auch nationlae Lösungen mittelfristig funktionieren könnten. Mir ist dagegen nicht klar, wie die technische Umsetzung aussehen soll? Zentralisierte Torrenttracker, die Downloadhäufigkeiten loggen und anhand derer die Ausschüttung der Flatrateeinnahmen berechnen? Warum eigentlich nicht? Die Motivation andere Tracker zu benutzen ist zumindest nicht besonsders hoch, wenn von den Betreibern der Flatrate ein gut funktionierender angeboten wird. Dieser muss sich dann allerdings für alle Kulturgüter öffnen. Auch Pornos. Und spätestens hier sehe ich dann wieder Probleme.

[cc]

~ von Mario - 18. April 2008.

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